Erstanbieter-Daten vs. Drittanbieter-Daten in Analytics

Verstehe den Unterschied zwischen Erstanbieter- und Drittanbieter-Daten. Erfahre, welche für deine Website wichtiger sind und wie du beide sinnvoll nutzt.

Entwurf

Du betreibst deine Website und merkst etwas, das sich falsch anfühlt. Deine Analytics zeigen, dass Besucher aus einer bestimmten Region gut abschneiden. Aber eine Firma, die Zielgruppendaten verkauft, behauptet, sie habe bessere Informationen über genau diese Region. Du fragst dich: Wer hat recht? Welchen Daten solltest du vertrauen?

Das ist die Spannung zwischen Erstanbieter-Daten und Drittanbieter-Daten in Analytics. Jede Website hat Zugang zu beiden, aber sie funktionieren völlig unterschiedlich, stammen aus verschiedenen Quellen und sind unterschiedlich genau. Zu verstehen, welche welche sind und wann du jede nutzt, ist eine der grössten Lücken in der Datennutzung der meisten Marken.

Was Erstanbieter-Daten wirklich sind

Erstanbieter-Daten sind die Informationen, die deine Website direkt von deinen Besuchern erfasst. Nicht aus Vermutungen. Nicht von Dritten. Von echten Menschen, die mit deiner Seite interagieren. Jedes Mal, wenn jemand auf deiner Seite landet, ein Formular ausfüllt, einen Link anklickt oder einen Kauf abschliesst, entstehen Erstanbieter-Daten.

Wenn die Analytics von WEMASY das Verhalten eines Besuchers auf deiner Website verfolgen, sind das Erstanbieter-Daten. Du hast sie erfasst. Sie kamen direkt aus deinen eigenen Kanälen. Niemand hat sich dazwischengestellt und sie gedeutet.

Beispiele für Erstanbieter-Daten:

  • Auf welchen Seiten Besucher am längsten bleiben
  • Welche Aktionen sie ausführen (Klicks, Formularübermittlungen, Käufe)
  • Woher sie kamen, bevor sie deine Seite besucht haben
  • Wie oft sie auf deine Seite zurückkehren
  • Informationen, die sie in deine Formulare eingegeben haben
  • Ihr Standort anhand ihres Geräts
  • Welches Gerät oder welchen Browser sie nutzen

Der entscheidende Unterschied: Du weisst genau, wie diese Daten erfasst wurden. Du hast sie selbst erfasst. Das heisst, du verstehst ihre Qualität, ihre Herkunft und ob sie verlässlich sind.

Was Drittanbieter-Daten sind und woher sie kommen

Drittanbieter-Daten sind das Gegenteil. Das sind Informationen, die jemand anderes über Zielgruppen gesammelt hat, zu denen er keine direkte Beziehung hat, und die dann gebündelt an Marken wie deine verkauft werden. Ein Datenhändler sammelt Informationen über Millionen Menschen auf Hunderten Websites und verkauft diese zusammengestellten Zielgruppendaten an jeden, der zahlt.

Drittanbieter-Daten erfasst du nicht selbst. Du kaufst sie. Eine Firma kommt auf dich zu und sagt: "Wir wissen Dinge über Leute in deinem Markt. Wir haben ihr Verhalten auf Tausenden Websites verfolgt. Wir können dir sagen, wer sich wahrscheinlich für das interessiert, was du verkaufst."

Beispiele für Drittanbieter-Daten:

  • Demografische Informationen (Alter, Einkommen, Interessen) über Leute, die du nie getroffen hast
  • Verhaltensinformationen über Webaktivität ausserhalb deiner Website
  • Interessenkategorien, die aus dem ganzen Internet zusammengetragen wurden
  • Lookalike-Zielgruppen, die aus anonymisierten Datenmustern gebildet wurden
  • Kaufhistorie von anderen Websites und Händlern

Der entscheidende Unterschied: Du hast sie nicht erfasst. Du weisst nicht, wie sie erfasst wurden. Du hast keinen Einblick in ihre Genauigkeit.

Warum Erstanbieter-Daten verlässlicher sind

Überlege, was passiert, wenn du dich auf Drittanbieter-Daten verlässt. Du vertraust darauf, dass ein Datenhändler Millionen Menschen auf Tausenden Websites genau verfolgt hat. Du vertraust seiner Methodik. Du vertraust darauf, dass die verkauften Daten aktuell sind. Du vertraust darauf, dass die Leute in diese Art des Trackings eingewilligt haben.

Nichts davon ist garantiert. Drittanbieter-Daten haben ernste Genauigkeitsprobleme.

Du weisst nicht, woher sie kommen

Datenhändler legen nicht immer genau offen, wie sie ihre Daten erfasst haben. Manche stammen vielleicht aus seriösen Quellen. Manche aus Datenlecks. Manche aus veraltetem Tracking. Kaufst du Drittanbieter-Daten, setzt du auf Quellen, die du nicht prüfen kannst.

Bei Erstanbieter-Daten gibt es dieses Problem nicht. Du hast sie auf deiner eigenen Website erfasst. Du weisst genau, woher sie kommen.

Erstanbieter-Daten sind aktuell

Drittanbieter-Daten können Monate oder sogar Jahre alt sein. Die Person, von der du denkst, dass sie sich für dein Produkt interessiert, hat vielleicht schon vor einem Jahr das Interesse verloren. Der Datenhändler kann das nicht wissen. Er verkauft denselben Datensatz an Tausende Kunden.

Erstanbieter-Daten sind von Natur aus aktuell. Sie zeigen, was deine Besucher gerade jetzt tun. Jemand hat deine Preisseite vor zwei Stunden besucht. Das ist aktuell. Jemand hat gestern ein Kontaktformular ausgefüllt. Das ist aktuell.

Erstanbieter-Daten betreffen dein tatsächliches Publikum

Hier liegt das eigentliche Problem von Drittanbieter-Daten. Sie sind breit und allgemein. Ein Datenhändler verkauft dir vielleicht eine Zielgruppe von "Leuten, die sich für Fitness interessieren", basierend auf ihrem Surfverhalten auf Tausenden Websites. Aber diese Zielgruppe interessiert sich vielleicht gar nicht für deine besondere Art von Fitness-Inhalten. Die Daten sind so breit, dass sie weniger nützlich werden.

Erstanbieter-Daten sind spezifisch für deine tatsächlichen Besucher. Das sind Leute, die schon auf deiner Website waren. Sie haben bereits gezeigt, dass sie sich für dein Angebot interessieren. Die Daten kommen direkt aus ihrem Verhalten auf deiner Seite.

Wie der Datenschutz den Wert von Erst- und Drittanbieter-Daten verändert

Cookies von Drittanbietern und die Datenerfassung durch Dritte unterliegen ernsten Einschränkungen. Datenschutzgesetze wie die DSGVO in Europa und der CCPA in Kalifornien haben es Datenhändlern schwerer gemacht, Menschen ohne ausdrückliche Erlaubnis im Internet zu verfolgen. Browserhersteller deaktivieren Drittanbieter-Cookies. Das Tracking, das Drittanbieter-Daten speiste, wird unzuverlässiger.

Für Erstanbieter-Daten ist das kein Problem. Datenschutzgesetze beschränken das Tracking durch Dritte. Die Erfassung von Erstanbieter-Daten auf deiner eigenen Website ist davon nicht betroffen. Ein Besucher, der dem Tracking durch Dritte widerspricht, kann trotzdem Daten auf deiner Website hinterlassen, weil er direkt mit deiner Seite interagiert.

Diese Verschiebung schafft eine neue Realität: Erstanbieter-Daten werden wertvoller, nicht weniger wertvoll. Wenn Drittanbieter-Optionen wegfallen, gewinnen Marken, die starke Praktiken für Erstanbieter-Daten aufgebaut haben.

Wann jede Art von Daten nützlich ist

Erstanbieter-Daten sind am nützlichsten, wenn du deine eigene Website verstehen und verbessern willst. Wer besucht sie? Was tun die Besucher? Konvertieren sie? Solltest du etwas ändern, um es besser zu machen? Erstanbieter-Analytics beantworten all diese Fragen.

Drittanbieter-Daten sind manchmal für bestimmte Aufgaben nützlich, etwa um deine Reichweite auf neue Zielgruppen zu erweitern, die deinen bestehenden Kunden ähneln. Dieser Einsatz wird aber enger, je strenger der Datenschutz wird. Und wenn sie nützlich sind, funktionieren Drittanbieter-Daten am besten als Ergänzung zu Erstanbieter-Daten, nicht als Ersatz.

So baust du Erstanbieter-Daten in deinen Analytics auf

Die gute Nachricht: Du baust schon Erstanbieter-Daten auf, allein dadurch, dass du eine Website hast. Jeder Besuch, jeder Klick, jede Formularübermittlung und jede Aktion erzeugt Erstanbieter-Daten. Dein Analytics-Tool erfasst sie automatisch. Du kannst deine Praxis für Erstanbieter-Daten aber auf ein paar Arten stärken.

Verfolge die richtigen Kennzahlen

Nicht alle Erstanbieter-Daten sind gleich nützlich. Du hast Berge von Daten darüber, was Besucher tun. Aber du musst die Kennzahlen verfolgen, die für dein Geschäft wirklich zählen. Bei den meisten Websites heisst das: woher Besucher kommen, welche Seiten sie besuchen, wie lange sie bleiben und ob sie wichtige Aktionen wie Formularübermittlungen oder Käufe abschliessen. Kennzahlen wie die Absprungrate und die Conversion-Rate helfen dir zu verstehen, ob Besucher sich mit deinen Inhalten beschäftigen.

Sammle Informationen über Formulare

Füllt ein Besucher dein Kontaktformular, dein Anmeldeformular oder eine Umfrage aus, gibt er dir wertvolle Erstanbieter-Daten direkt in die Hand. Sein Name, seine E-Mail, was ihn interessiert: alles Erstanbieter-Informationen, die du mit seiner Erlaubnis erfasst hast. Diese Daten sind verlässlicher als jeder Drittanbieter-Datensatz, weil er sie dir selbst gegeben hat.

Nutze einheitliches Tracking über alle deine Angebote

Betreibst du mehrere Websites oder eine Website plus eine E-Mail-Liste, verbinde deine Analytics über alle hinweg. So bekommst du ein vollständigeres Bild jedes Kunden. Jemand besucht deine Website am Dienstag, liest deinen Blog, öffnet am Mittwoch deine E-Mail und klickt weiter zu deiner Produktseite. Ein Analytics-System, das über Kanäle hinweg verfolgt, gibt dir ein besseres Verständnis ihres gesamten Wegs.

Die Analytics von WEMASY erfassen automatisch Erstanbieter-Daten von deiner Website, darunter Besucher-Traffic, Interaktion und Conversion-Aktionen. Du kannst auch deine Formulare verbinden, um zu sehen, welche Informationen Besucher absenden. So bekommst du zusätzliche Erstanbieter-Daten darüber, wer dein Publikum ist und was ihm wichtig ist. Wie Analytics diese Daten erfasst und welche Informationen verfolgt werden, liest du unter wie Analytics Besucherdaten erfasst, und die wichtigsten Begriffe der Analytics findest du im Ratgeber zu häufigen Analytics-Begriffen.

Häufig gestellte Fragen

Reichen Erstanbieter-Daten aus, oder brauche ich auch Drittanbieter-Daten?

Für die meisten Websites reichen Erstanbieter-Daten aus. Sie sagen dir, wie deine Seite abschneidet und wie sich Besucher verhalten. Drittanbieter-Daten werden nur nützlich, wenn du Anzeigen schaltest, um deine Reichweite zu erweitern, und selbst dann sollten sie Erstanbieter-Erkenntnisse ergänzen, nicht ersetzen. Beginne damit, Erstanbieter-Daten zu meistern. Nimm Drittanbieter-Daten nur dazu, wenn du einen konkreten Bedarf hast. Mit dem Website-Builder von WEMASY richtest du das direkt auf deiner Website ein.

Kann ich Erstanbieter-Daten für Retargeting-Kampagnen nutzen?

Unbedingt. Erstanbieter-Daten sind sogar das wirksamste Werkzeug für Retargeting. Weisst du, dass jemand deine Preisseite besucht hat, sich aber nicht angemeldet hat, oder einen Artikel in den Warenkorb gelegt, aber nicht gekauft hat, kannst du eine gezielte Anzeige oder E-Mail genau für diese Person erstellen. Deshalb sind Erstanbieter-Daten so stark. Sie zeigen dir genau, wofür sich Leute interessiert haben.

Sind Drittanbieter-Daten mit den Datenschutzgesetzen vereinbar?

Drittanbieter-Daten stammen aus dem Tracking von Menschen im ganzen Internet, das durch Datenschutzgesetze zunehmend eingeschränkt wird. Die DSGVO in Europa und der CCPA in Kalifornien haben strenge Regeln dafür, wie Drittanbieter-Daten erfasst und genutzt werden dürfen. Viele Datenhändler behaupten, ihre Daten seien konform, aber die Rechtmässigkeit hängt davon ab, wie sie erfasst wurden. Im Zweifel frage einen Datenschutzexperten. Erstanbieter-Daten lassen sich meist leichter konform halten, weil du sie auf deiner eigenen Seite mit Einwilligung des Besuchers erfasst hast.

Was passiert mit meinen Drittanbieter-Daten, wenn Drittanbieter-Cookies verschwinden?

Drittanbieter-Cookies werden in den grossen Browsern auslaufen, und viele Datenhändler wechseln zu alternativen Tracking-Methoden. Das grundlegende Problem bleibt aber: Menschen ohne ihr direktes Wissen zu verfolgen, wird schwieriger und unzuverlässiger. Hast du dich stark auf Drittanbieter-Daten verlassen, ist jetzt der Zeitpunkt, deine Praxis für Erstanbieter-Daten zu stärken. Diese Verschiebung ist nicht vorübergehend, sie ist die Zukunft des Datenschutzes im Netz.

Woher weiss ich, ob mein Analytics-Tool Erstanbieter-Daten richtig erfasst?

Prüfe dein Analytics-Dashboard regelmässig. Du solltest echte Besucher aus echten Quellen sehen (Suche, Social Media, direkt, Verweise). Du solltest sehen, dass tatsächlich Seiten deiner Website besucht werden. Passen die Zahlen zu deinen Erwartungen anhand des Traffics, den du erzeugst, funktioniert die Erfassung deiner Erstanbieter-Daten. Wirken die Zahlen weit daneben, ist dein Tracking-Code vielleicht nicht richtig installiert oder es gibt ein Konfigurationsproblem. Die Analytics von WEMASY sind ins System eingebaut und erfassen Erstanbieter-Daten ab dem Moment, in dem du deine Seite veröffentlichst.

Sollte ich Werbenetzwerke von Drittanbietern wegen der Bedenken zu Drittanbieter-Daten nicht mehr nutzen?

Nein. Viele Werbenetzwerke passen sich an die Datenschutzänderungen an und bieten weiterhin Nutzen. Du solltest aber deine Strategie so verschieben, dass du dich beim Targeting und Retargeting stärker auf deine eigenen Erstanbieter-Daten stützt. Nutze deine Erstanbieter-Erkenntnisse, um zu entscheiden, wo du wirbst und wen du ansprichst, statt Drittanbieter-Zielgruppen zu kaufen. Dieser Ansatz ist ohnehin wirksamer, weil du auf echtem Verhalten aufbaust und nicht auf Vermutungen über Leute, die du nie getroffen hast.

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